Wahlplakate zur NRW-Wahl 2012 -oder- Warum ist es am Rhein so schön?

Lassen wir die Curry-philosphische Betrachtung
der SPD mal aussen vor …
(wuerde alleine schon mehrere DIN-A4-Seiten fuellen)
schauen wir auf “Wir lassen kein Kind zurück” -
heisst das, die SPD kaempft jetzt gegen überbürokratische
Bedienstete der Beförderungsunternehmen?
(“Du hast kein SchokoTicket? – du fährst nit mit”) -
oder ist das eine begleitende Massnahme für Schulausflüge?

Auch “Wir kämpfen für Arbeit” ist rührend anachronistisch.
Geht es wieder um die Weiterbeschaeftigung des Heizers auf
der E-Lok? Ein Bild mit dem BGE-Verfächter seit Götz W.Werner
und Gewerkschafsgegner seit über 50 Jahren vertraut sind.

Die CDU versucht mit Denksportaufgeben in die Irre zu
führen und bietet wahlweise “Zukunft statt Schulden” oder
“Verantwortung statt Schulden” an.
Wo ist das Kreditunternehmen wo man sowas ankreuzen kann -
die Wahlkabine ist es jedenfalls nicht.

“DieLinke” zeigt uns entweder den Helmut Born
(in Düsseldorfer Norden auch durchaus sinnvoll)
der scheinbar bereit ist für 10 Euro zu arbeiten,
oder fordert “Kita für alle”.
Für alle!
Aber was ist wenn ich gar nicht in die Kita will,
ich will noch nichtmal ins Altenheim!

Die “Piraten” plakatieren durchaus geistreich,
wenn auch nicht so aggresiv wie die “Grünen” der Anfangstage.

Wenngleich – heute sah ich ein älteres Paar ratlos vor dem “Für dieses System ist ein update verfügbar” stehen.
Mehrere Minuten …
OK, muss man halt am 13.5. nicht die Wahlbenachrichtigung, sondern
den PC-Führerschein mitbringen.

Als (ur)alter IT-ler denk ich mir natuerlich “Muss es ein Update sein? Warum schliesst man den Systemwechsel aus?”
Kann man machen, aber ist das von der Partei gewollt?

Aber so war das wohl schon immer. Bei der Verkürzung des politischen Programms auf Wahlbotschaftformat – geht schonmal
der Inhalt verloren.

Alles neu macht der Mai

Günther A. Classen (textunion) zum Selbstauflösung des NRW-Parlaments - NRW wählt vorzeitig einen neuen Landtag

Mittwoch, 14.03 2012, kurz nach 17 Uhr:
Der Landtag NRW löst sich ohne Debatte, einstimmig und ohne Gegenstimme formlos auf. Innerhalb von sechs Wochen sind Neuwahlen fällig.

Selbst ein Verfechter von “klarer Kante” ohne faule oder gar schamlose Kompromisse vermag so viel politische Einfalt bei der Gesamtheit der Opposition im Landtag NRW schlicht nicht nachvollziehen.Brisant: die 5-Prozent-Hürde
Laut allen, seit längerem vorliegenden, Untersuchungen und Prognosen generiert sich im Falle von Neuwahlen sowohl die bisherige NRW-Minderheits- zu einer Mehrheitsregierung, wobei Neuwahlen gleichzeitig die deutliche Gefahr für Die Linke (und die FDP natürlich) in sich bergen, ohne sich – entgegen der eigenen, ständig in den Hausgazetten vor sich hergetragenen vollmundigen Selbstüberschätzungen – auch nur ansatzweise profiliert zu haben /profilieren zu können, für die nächsten Jahre dem Landtag nicht mehr anzugehören, sprich: unter die 5-Prozent-Klausel zu fallen.

Konzept gescheitert
Die Hoffnung, die rot-grüne Minderheitsregierung eine Wahlperiode lang “politisch vor sich hertreiben” zu können, ist nicht erst mit der Auflösung des Landtags baden gegangen.

Damit ist die PDL in NRW, wie vielfach auch aus den eigenen, zerstrittenen Reihen vorausgesagt, an der ihr von unterschiedlichster Seite oft genug unterstellten, hausgemachten politischen Inkompetenz erst einmal massiv gescheitert.Und darin unterscheidet sich der Harakiri-Kurs der verantwortlichen Strippenzieher- und ParlamentarierInnen der “Fundamentaloppositionellen” kein Jota von der bundesweit und explizit auch in NRW delirierenden FDP.

In die Falle getappt
Politisch völlig blind sind beide Mini-Parteien plus CDU in die weithin sichtbare, mindestens von den  Grünen, die sich schon länger im satten Aufwind befinden, genüßlich aufgestellte Falle getappt.
Am Abend vor der 2. Haushaltslesung lag das Rechtsgutachten der Landtagsverwaltung vor. Dort wurde klar, was bei Ablehnung auch nur eines Haushaltstopos am nächsten Tag geschehen würde.Gleichzeitig verkündete Hannelore Kraft unmissverständlich, dass sie im vorgenannten Fall “den Landtag auflösen” werde.

Eine solche eindeutige Situation nicht zu durchschauen und willfährig ins offene Messer zu rennen, bedarf es schon entweder eines manifesten Burn-Out-Syndroms bei der gesamten Opposition in toto oder völliger politischer Inkompetenz.
Der einstimmige Beschluss zur Auflösung des Landtags infolge der Einbringung und Zustimmung entsprechender Anträge durch die beiden regierenden Fraktionen und die Christdemokraten sind ein deutlicher Hinweis, dass die Auflösung taktisch geplant war, da bei Neuwahlen seit langem das Ende einer Minderheits- zugunsten einer stabilen Mehrheitsregierung bei allen einschlägigen “Sonntagsfragen” prognostiziert wurde.Debakel vor der Bundestagswahl
Auch die CDU vermag bei den anstehenden Neuwahlen, allein schon wegen des zu erwartenden Ergebnisses, keinen Blumentopf gewinnen, ganz im Gegenteil wird die zu erwartende Wahlschlappe im größten Bundesland, zusätzlich flankiert von den anstehenden Wahlkämpfen im Saarland und in Schleswig-Holstein, die Berliner Koalition weiter schwächen und das kurz vor der 2013 anstehenden Bundestagswahl.

Der von allen ohne Vorbereitung hastig aus dem Stand zu gestaltende Wahlkampf und dessen Ergebnis dürfte sich mit Sicherheit höchst unterhaltsam gestalten.

Und außerdem:

Piratae ante Portas!

Günther A. Classen

 

… ist ROSA die neue Richtung?

Nein,
nur für  – kurze  -  Zeit eine Hintergrundfarbe,  um ein neues Redaktionsmitglied zu erschrecken ….  (“kaum bist du da -  schon alles verstellt”)

-back to topic-

Soviel zur  -acta- Demo vom 25.2.2012 in Düsseldorf.
Aber -
es waren auch Demonstranten da.

 

 

Blog-Ziele – und andere kleine Korrekturen

Die Hoffnung, dieser Blog würde zu einem Spiegel der Bewegung in Düsseldorf,  und da wiederrum zur Wandzeitung  von FB-Foren-Aktivitäten,  hat sich leider nicht erfüllt.  Das ist schade -  aber “nix schlimmes”,  Vielleicht ist es für Interessierte ausserhalb von Facebook  auch spannender,  Beiträge zu lesen die  -edj-/occupy-selbstkritischer sind.
Warten wir es ab.

 

 

Die ruhige See täuscht Menschen ohne Tiefgang

Zur Natur der Untiefe

Es ist ein wenig stiller geworden um -Occupy/edj/Empört Euch- .  Das mag dem germanische Winterschlaf geschuldet sein, der Nachfesttagsruhe – oder auch dem natürlichen Atemholen, nach den Anstregungen, der  aus dem “Nichts” der  deutschen Polit-Dämmerung,  im vergangenen Jahr so überraschend und spontan entstandenen Bürgerbewegung.

Lassen wir uns nicht von Camp-Räumungen in Berlin, von Festnahmen in New York, oder der Lethargie am Heimatort entmutigen.
Zwischen Wulff und “Costa Concordia”,  verschwindet “Occupy” zwar manchmal aus dem Blickfeld, aber Occupy bleibt gegenwärtig.
Wir, die Bewegung, wir sind kein Gefäss für Mittelstandsvergnügungsfahrten, wie gewisse Kreuzfahrtsschiffe, sondern fest verankert auf dem Boden der Tatsachen.
Das was uns bewegt, das wartet schon lange unter der Oberfläche eines global betrachtet “reichen deutschen Bürgertums”, es lauert wie der berühmte Fels in der  Brandung, und wirkt dann, wenn Unbesonne meinen, ihr Glück – und das Leben anderer -  auf die Probe stellen zu müssen.

Den Preis zahlen die Passagiere. Sie zahlen ihn vor und nach dem Abenteuer. Sie zahlen ihn für Risiken die sie nie gewollt, an Menschen die sie nie sehen werden.
Hoffen wir auf Einsicht der Kommandanten in die Notwendigkeit von Bescheidenheit.

Nicht die Eitelkeit der Kapitäne, sondern ihre Weitsicht, ihr Verantwortungsgefühl und das Zusammenspiel der Mannschaft bringen grosse Schiffe in ruhiges Wasser.

 

“Occupy”-Erklärung gegen Krieg #1:

Schluss mit den Kriegsvorbereitungen gegen den Iran und gegen Syrien!

 

Schluss mit den Kriegsvorbereitungen gegen den Iran und gegen Syrien!

Ausgehend von Tunesien und Ägypten und sich ausdehnend über Spanien, Griechenland und andere europäische Länder bis in die USA sind 2011 Protestbewegungen entstanden, die auf einen tiefgreifenden politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Systemwechsel hinarbeiten.

Wir sind weltweit vernetzte Menschen, die sich durch die internationalen Ereignisse inspiriert und motiviert fühlen, sich zusammenzuschließen, um politisch aktiv zu sein. Unsere Hauptziele sind ‘echte Demokratie’ – also echte Mitbestimmung – und damit auch soziale Gerechtigkeit und weltweiter Frieden!

Dies beinhaltet die Auflösung international operierender, privater Banken, die Entmachtung von global agierenden Großkonzernen sowie der Militärindustrie, deren Einflussnahmen im bestehenden System weitestgehend die politischen Entscheidungen bestimmen.

Eine ungebremste neoliberale Wirtschaftspolitik, die Überschuldung der öffentlichen Haushalte, aber auch vieler Privatpersonen, sowie massive Kürzungen im Sozialwesen haben zu einer immer größer werdenden Kluft zwischen Arm und Reich geführt. Arbeitslosigkeit, Perspektivlosigkeit und massenhafte Armut sind die Konsequenzen dieser Politik.

Außenpolitisch sind wir Zeugen kontinuierlich eskalierender militärischer Konflikte und Interventionen im Namen der “westlichen Demokratie”während wir innenpolitisch mit einer allumfassenden Überwachung aller Lebensbereiche und zunehmender Polizeigewalt konfrontiert sind. Politische Entscheidungsprozesse werden immer intransparenter und entziehen sich demokratischer Kontrolle.

Die Lage ist ernst. Deshalb rufen wir auf: Schließt euch uns an!
In weltweit über 1000 Städten sind in diesem Jahr Protestbewegungen und Camps entstanden – gegen die bestehende Herrschaftsordnung und für einen echten Wandel.

Wir fordern Veränderung!
Wir sind die Veränderung!

Doch diese weltweiten friedlichen Bestrebungen werden zunehmend durch Kriegstreiberei gefährdet: Es ist ein altbewährtes Mittel von inneren Schwierigkeiten durch geschürte Konflikte abzulenken.

Vor dem Hintergrund der Auseinandersetzung um das mutmaßliche iranische Atomwaffenprogramm werden Drohungen eines möglichen militärischen Angriffes gegen den Iran vor allem in den US-Medien und in Europa immer offener ausgesprochen. Dies gilt insbesondere für die republikanischen Anwärter der US-Präsidentschaftswahl 2012.

Die Sanktionen der britischen Regierung gegen den Iran und der Abzug des britischen Botschafters aus Teheran sind weitere Indizien dafür, dass an einer diplomatischen Lösung des Konfliktes immer weniger Interesse besteht. Auch gilt es zu beachten, dass Russland und China sehr enge Handelsbeziehungen zum Iran unterhalten und diese Machtblöcke offen signalisieren bei zunehmender Eskalation in den Konflikt einzugreifen.
Zeitgleich werden gegen Syrien wirtschaftliche Sanktionen verschärft und die Bewaffnung von rebellierenden Kräften unterstützt. Auch hier gibt es schwer wiegende Interessenskonflikte mit Russland und China. Darüber hinaus arbeitet inzwischen auch der libysche “Übergangssrat” – eine von westlichen Regierungen unterstützte Verwaltungsinstanz – mit bewaffneten Gruppierungen in Syrien zusammen. Immer deutlicher wird, dass in Syrien, wie schon zuvor in Libyen, bewaffnete Regimegegner massiv aus dem Ausland unterstützt werden.

Wir unterstützen ausdrücklich unsere Brüder und Schwestern der friedlichen Protestbewegungen im Nahen Osten und verurteilen daher die Bestrebungen westlicher Regierungen, die dortigen Prozesse des sozialen Wandels zu stören,
um anschließend eine Legitimation für das eigene militärische Eingreifen zu haben.

Ziel der NATO ist es offensichtlich, nach der Besetzung Afghanistans, des Iraks und Libyens nun auch im Iran und in Syrien einen gewaltsamen Regimewechsel voranzutreiben. Internationale Bemühungen um eine friedliche Lösung am Verhandlungstisch werden schon im Keim erstickt. Aus dieser Politik resultieren bereits heute zahllose Kriegsopfer in Afghanistan, Irak und Libyen sowie eine maßlose Zerstörung der Infrastruktur und Ökosysteme dieser Länder.

Vom anschließenden Wiederaufbau und der Neuverteilung der Ressourcen profitieren vorwiegend westliche Großkonzerne – während die Kosten für Waffen, Militärbasen und Kriegsführung von den Steuergeldern der Bürger in den NATO-Mitgliedsländern getragen werden. Dies trägt zur weiteren gigantischen Überschuldung der Staatshaushalte bei.

Führende Mitglieder der Regierungskoaltion in Berlin haben in den vergangenen Tagen und Wochen mehrfach ihre Unterstützung für ein militärisches Eingreifen gegen den Iran im Zusammenhang mit dessen mutmaßlichem Atomwaffen-programm signalisiert. Zusätzlich werden in den etablierten Massenmedien immer wieder Stimmen laut, die mit der “militärischen Option” sympathisieren.

Die Charta der Vereinten Nationen verbietet allerdings die Anwendung und die Androhung von Gewalt in den internationalen Beziehungen. Die beiden einzigen Ausnahmen vom Gewaltverbot sind das Recht auf individuelle und kollektive Selbstverteidigung nach Artikel 51 und friedenserzwingende Maßnahmen nach Kapitel VII der Charta.

Artikel 25 des Grundgesetzes bestimmt, dass die allgemeinen Regeln des Völkerrechts Bestandteil des Bundesrechts sind, den Gesetzen vorangehen und Rechte und Pflichten unmittelbar für die Bewohner des Bundesgebietes erzeugen.

Wir sagen: Schluss mit den Kriegsvorbereitungen gegen den Iran und Syrien! Schluss mit den Kriegen weltweit! Wir verlangen sofortige deeskalierende Maßnahmen, um diese Konflikte zu entschärfen!

Wir achten dabei sehr genau darauf, was wirklich der Deeskalation dient und hinter welchen Aktionen und Worten verborgene Provokationen und Eskalationsabsichten stecken!

Gegen alle weiteren Eskalationsschritte von Seiten “unserer” Regierungen und “unserer” Konzernmedien bzw. öffentlich-rechtlichen Anstalten kündigen wir unseren entschlossenen Widerstand an.

Wir sind viele. Wir sind die 99%. Erwartet uns!
- “Occupy”, 6. Dezember 2011

Link zur PDF: Erklaerung_gegen_den_Krieg