Über viele Ansichten von Helmut Schmidt kann man trefflich streiten, ja man kann mühelos sogar anderer Meinung sein. In einem jedoch hat der Altkanzler Recht: Wenn er das mangelnde historische Wissen und Bewusstsein der heutigen Politiker beklagt. Leider hat Schmidt dabei absolut unbefleckt unwissende Journalisten nicht erwähnt. Sie sind schmerzfrei von jeglichem Wissen – was jedoch den Belesenen große Schmerzen bereitet.
So zeigt ausgerechnet die jüngste Ausgabe der SPD-Mitgliederzeitung „Vorwärts“ den Kanzlerkandidat in Bismarckpose („Der Lotse geht von Bord“) – allerdings in umgekehrter Richtung: „Der Lotse geht an Bord“.
SPD Parteiorgan Vorwärts, Titel, Dezember 2012: grenzenlos peinlich
Eine Antwort auf den Focus –Artikel vom 09.10.12 – von Alex Kassios
In Πολιτικά am 10. Oktober 2012:
Zunächst einmal meine Anerkennung für den Versuch zu einem offenen Dialog mittels dieses in meiner Muttersprache geschriebenen Artikels.(Hier ist die deutsche Version)
Ich entschuldige mich, dass ich in Englisch antworte. Dies geschieht nur aus der Not heraus.
Es gibt nicht wirklich viel, das jeder vernünftige Grieche diesem Artikel entgegen stellen kann.
Trotz historischer Kriegserinnerungen sind wir seit Jahrhunderten in einem dialektischen Austausch.
Wir bewundern Goethe, wir wandern in dem Abgrund Nietzsches und stellen uns Fragen, wir lernen klassische Musik mit dem Studium Bachs.
Um Gottes Willen… wir sind die größten Fans der Scorpions!
Nun, trotz einiger bitterer Worte und ausschreitender Proteste: Wir sind nicht böse gegen das deutsche Volk, wir sind auch nicht sonderlich an Frau Merkel selbst interessiert.
Der Protest war gegen das Symbol der europäischen bürokratischen Politik gerichtet, die sich in Richtung einer anderen Agenda bewegt, als das, was tatsächlich vorgestellt wird.
Das heißt, dieser Artikel geht ein wenig am Thema vorbei, wieso Europäer (und Griechen im Besonderen) eigentlich protestieren.
Ja, wir brauchen eine ausgeglichene Bilanz und einen effizienten Staat.
Nein, wir sind keine Faulpelze (nicht in diesem Artikel erwähnt), unter den Europäern arbeiten wir gemäß Eurostat mehr Stunden als andere. Arbeitszeit Eurostat
Ja, die lokale Elite zahlt weniger Steuern, und Frau Merkel erwähnte es zu ihrer Ehre vor unserem ineffizienten Premierminister, dass nicht Europa schuld daran ist, dass die gleichen Menschen mit niedrigem Einkommen die Last der Besteuerung tragen.
Es ist aber die gleiche Elite, die mit den Offiziellen bei Siemens und Thyssen-Krupp in den politischen Bestechungsskandalen zusammen gearbeitet hat. Rapport Anwaltskanzlei Debevoise & Plimpton (D & P):
Skandale, die die Schulden meines Landes proportional erhöht haben, nicht ohne das Wissen Europas.
Ja, Reformen und technische Beratung sind notwendig (und deutsche Technik wird begrüßt).
Hinter dem Wort Reformen aber verbirgt sich der Ausverkauf unserer öffentlichen Infrastruktur wie:
die öffentliche Wasserversorgung (SaveGreekWater.org), die öffentliche Energieversorgung, Häfen, Flugplätze …
Eine Infrastruktur, die von vielen griechischen Generationen bezahlt wurde, einige sogar mit europäischen Fördermitteln, wird nun zu niedrigsten Börsenkursen bewertet, um an private multinationale Unternehmen wie Suez S.A. weitergegeben zu werden.
Unternehmen mit einem nachweislich für die öffentliche Gesundheit gefährlichen Management. —
Und jetzt bewegen wir uns auf die wichtigste Frage zu. In den letzten zwei Jahren hat es eine nationale Gesetzgebung zu mehr als 230 Milliarden Euro Beihilfen an Banken gegeben.
Warum sollte das Geld der Steuerzahler (zunächst das der Griechen, später das der Deutschen) privaten Institutionen aus der Klemme helfen und dies als europäische Solidarität bezeichnen?
Warum sollten Privatbanken dieses Rettungsaktions-Geld verwenden, um öffentliche Einrichtungen mit öffentlichen Mitteln zu kaufen? Finanzieren wir Europäer das private Wachstum, ohne selbst Aktieninhaber zu sein?
Warum kauft die EZB griechische Anleihen zu einem abgewerteten Preis von 20% des ursprünglichen (mit 80% Gewinn), und verlangt die vollen Zinsen wie auch die volle Zurückzahlung? Ist das europäische Solidarität oder die Ausbeutung des Marktes?
Warum verwaltet unsere Griechische Nationalbank, eine PRIVATE Organisation, öffentliche Gelder von öffentlichen Einrichtungen wie Krankenhäusern, Universitäten und Pensionskassen, und warum nutzt sie unser öffentliches Vermögen um griechische Anleihen des ausländischen Kapitals zum vollen Preis kaufen, und es wieder, entwertet um mehr als 80%, zurück zu verkaufen ?
Das Bankensystem treibt uns in den Bankrott und wir (alle Europäer) finanzieren es!
Ich könnte mit dem Dublin-II-Vertrag weiter machen, der Griechenland in Europas Flüchtlings-Ghetto verwandelt hat, aber ich möchte den Leser nicht noch mehr mit den Ungerechtigkeiten in allen Ebenen ermüden. Somit ist unser Protest nicht so oberflächlich, wie manchmal dargestellt, oder sogar tatsächlich von einigen Leuten in einer unschönen Weise demonstriert.
Die Deutschen sind nicht der Feind und nicht unser Feind.
Oligarchen und die Banken sind es, in- und ausländische.
Seit dem 25. September stehen die Spanier in Massen auf den Madrider Straßen, um den Kongress zu umzingeln. Hier gerieten bereits am ersten Tag zahlreiche Journalisten bei der Ausübung ihrer Arbeit in Auseinandersetzungen mit der spanischen Polizei.
Dabei wurden die Personalien mehrerer Mitglieder der Presse festgestellt, sie wurden von den Mitgliedern der Polizeitruppe zur Bekämpfung von Unruhen angegriffen, eingeschüchtert und höchstwahrscheinlich angezeigt. Die Polizisten weigerten sich ihrerseits, ihre Dienstnummern anzugeben, die sie – trotz Vorschrift – nicht trugen.
Hierzu gibt es ein Video, das den Angriff auf die Journalisten dokumentiert. Ohne weiteres Motiv wurde bei dem Vorfall ein wichtiges Zubehörteil einer professionellen Kamera durch einen Polizisten zerstört.
An anderer Stelle wurde eine weitere Kamera der linken Presse „La Tuerka“ zerstört.
Der Sprecher Ernestino der @coordinadora25s sagte bei der morgendlichen Pressekonferenz am 26.09.12:
“Bei den Konflikten waren arbeitende und arbeitslose Menschen, Studenten, anwesend, (..) es gab Vertreter von allen.
Wir sind ein tatsächlicher Ausdruck der Meinung des Großteils der Bevölkerung.
Wir sind friedlich.
Wir versuchen 99% der Bevölkerung zu repräsentieren.
2. Die Regierung hat verloren. Und die Menschen haben gewonnen.
Warum hat die Regierung verloren? Die Regierung hat durchblicken lassen, dass sie unfähig ist, dieses Land zu regieren. Sie muss veranlassen, dass die Polizei1000e Menschen frei lässt.
(…)
um die Studenten, die Rentner, die Selbständigen und die Menschen zu erzürnen. Und was uns noch wütender macht, hat auf internationalem Level gezeigt, dass sie nicht regieren kann: Die Troika, um das nicht zu verwechseln, will uns noch mehr prügeln.
Und warum haben die Menschen gewonnen? Weil wir gezeigt haben, dass die gewalttätigen die anderen sind, und wenn das nicht so sein soll, dann schaut Euch die Videos an.
Und jedes Mal, wenn ihr eine Person mit Kapuze seht, werdet ihr auf … treffen. Und die Gewalt ist etwas, was sie gegen uns eingesetzt haben.
Und warum hat die Regierung verloren und nicht die Menschen? Weil die Regierung glaubte, am Ende von etwas zu sein. Und das ist der Beginn von etwas.
Auf unserer Seite stehen Menschen aus Portugal, aus Deutschland, aus Frankreich.
Zusammen mit allen Menschen aus Europa sagen sie: Diese Schuld werden wir nicht bezahlen. Wir werden sie nicht bezahlen.
Und, um abzuschließen, im Laufe der Zeit bestätigt sich immer mehr:
Die Demokratie werden sie nicht aufhalten.
Die Demokratie ist wie eine gewaltfreie Kraft, die Türen öffnet, die Fenster öffnet, und sie werden sie nicht aufhalten.
Und diese neue Demokratie wird einen verfassungsgebenden Prozess in Gang setzen. Eine neue Regierung und eine neue Verfassung, deren zentrales Element für die Menschen und nicht für die Banken da ist.
(…)
Die Menschen in Spanien wollen ein demokratisches Spanien, das für die Menschen da ist, sonst nichts.”
“Querdenker” nennt sich das Kundenmagazin des alternativen Energielieferanten Entega, in dessen Ausgabe 2/2012 unter der Rubrik “Mitgedacht” unter anderem das Veranstalten von Unplugged-Konzerten und das dauerhafte Abstellen der Rolltreppen im Berliner Hauptbahnhof als Maßnahmen zum Energiesparen angedacht werden. Von solchen Vorschlägen fühlte sich der Düsseldorfer Entega-Kunde Ronald Steinert in der Tat zum kritischen Mitdenken herausgefordert.
Also schrieb Bluesmusiker Steinert, Bandname: “FreiGeister”, seinem Gaslieferanten:
Sehr geehrte Damen und Herren,
als Ihr Gaskunde beziehe ich seit einigen Jahren auch Ihr Magazin “Querdenker”.
Bluesmusiker Steinert, Auftritt:“Unplugged-Konzert bei Kerzenschein?”
Was Sie sich allerdings bei zwei Stromspar-Vorschlägen auf oben genannter Seite geleistet haben, lässt mich daran zweifeln, dass Sie ein industrielles Versorgungs-Unternehmen sind.
Erster zu beanstandender Vorschlag: “Was wäre wenn am Berliner Hauptbahnhof alle anstatt der Rolltreppe die Treppe nutzen würden?”
Ich kann nicht für Berlin sprechen, aber ich behaupte mal, es sieht auf diesem Gebiet genauso aus wie in meiner Heimatstadt Düsseldorf.
Offenbar gibt es in Ihrer Denkwelt nur Junge und Gesunde.
Mütter mit Kleinkindern und Kinderwagen, Alte, Behinderte, schwer bepackte Fahrradfahrer (wie ich des Öfteren; das wird zwar nicht gern gesehen und ist auch untersagt, wird bei uns aber geduldet), was würden wir alle ohne Rolltreppe machen? Ihre Sparvorschläge erinnern sehr an das, was sich eine große Mehrheit der Politiker an Kürzungsvorschlägen ausdenken.
Zweiter zu beanstandender Vorschlag: “Was wäre wenn meine Lieblingsband unplugged spielt? Dann wäre der Eintritt nur noch halb so teuer.
Mit einem Unplugged-Konzert bei Kerzenschein in einer sehr großen Konzerthalle lassen sich bis zu 1600 Euro einsparen.”
Dazu kann ich Ihnen in meiner Eigenschaft als Sänger und Gitarrist einer Bluesband nur sagen: Die meisten sogenannten “Unplugged”-Konzerte sind NICHT unplugged, dass heißt sie sind fast alle elektrisch verstärkt.
Gerade in Ihrem Beispiel in einer sehr großen Konzerthalle würden sie weder den oder die Sänger noch solch leise Instrumente wie Akustik- oder Westerngitarren schon an den Rändern der ersten Reihen kaum noch wahrnehmen (es sei denn, die Konzerthalle verfügt über eine absolut exquisite Akustik, das kostet aber richtig Geld, das kann sich keine Kommune leisten und oft sind gerade die großen Hallen Mehrzweckhallen, damit die Steuergelder besser ausgenutzt werden).
Das Gleiche gilt aber auch für kleine Kneipen und Cafés. Auch beim bundesweit bekannten Literaturcafé “Destille” in der Düssseldorfer Carlstadt sind die Zuhörer froh, wenn sich die Literaten des Mikrofons bedienen; denn da geht die Kellnerin durch die Reihen und fragt, wenn auch leise, die Gäste nach ihrem Begehr, da hört man den Milchschäumer, da geht die Küchentür auf und zu, und außerdem gibt es im Hintergrund noch andere Gäste, die nur ihren Kaffee trinken und sich unterhalten wollen.
Achten Sie mal auf Unplugged-Konzerte im Fernsehen oder im Netz: Alle haben mindestens ein oder zwei sichtbare Mikrofone, wenn nicht je nach Band erheblich mehr. Alle haben (durch Ausleuchtung geschickt verborgen) Kabel an ihren Instrumenten (Das sehen Sie oft nur, wenn Sie nahe an die Bühne treten). Alle hören sich über Monitorboxen, welche optisch unauffällig platziert sind.
Alles wird abgemischt von Leuten am Mischpult, um den von Ihnen so geschätzten Akustik-Klang zu erreichen, welcher über die (möglicherweise geschickt verborgenen) Lautsprecher am Bühnenrand (auch PA = Public Adress System genannt) wieder gegeben wird.
Zur erwähnten Beleuchtung mit Kerzen:
Wissen Sie, wie viele Kerzen man früher gebraucht hat, um einen Theater-Raum oder eine Oper auszuleuchten? Es waren Hunderte, wenn nicht Tausende. Und Sie können sich sicherlich vorstellen, was für eine gewaltige Brandgefahr das dargestellt hat. Seien wir froh, dass wir elektrisches Licht haben!
Bei aller Wertschätzung der Romantik, Sie liefern ja auch kein Brennholz und keine Kohle aus, sondern Erdgas.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Kunde
Ronald Steinert
Artikel:“Was wäre, wenn …”, in “Querdenker” 2/2012
Seit dem 10. Juli waren sie am Rheinufer, zuerst in der Nähe des Landtags, dann zogen sie am 08.08., bedingt durch den Aufbau des Olympic Adventure Camp für Kinder und Jugendliche an der Rheinkniebrücke, vom Apollo-Platz weiter in Richtung Altstadt, hinter das KIT-Café.
Ursprünglich war die Initiative zu den bundesweiten Camps (insgesamt 6) nach dem Selbstmord des 29jährigen Iraners Mohammad R. im Januar entstanden. Der ehemalige Polizist, der in seinem Heimatland einen Befehl verweigerte und dafür gefoltert wurde, ertrug die deprimierende Stimmung in dem Würzburger Asylantenlager, einer ehemaligen Kaserne, nicht mehr.
Seit Anfang der 90er seidie Asylpolitik in Deutschland restriktiver geworden, die traurigen Folgen davon seien „150 Flüchtlinge, die sich seither das Leben genommen haben“, sagt Agit Boztemir von der Linksjugend ['solid] in der Pressekonferenz am 03.09..
Selbst in dem Moment der Pressekonferenz geschähen wieder Abschiebungen von Asylanten durch die Bundespolizei. Oft handele es sich um Familien, deren Kinder in Deutschland aufgewachsen seien. So schilderte Agit den von ihm hautnah erlebten Fall eines neunjährigen Mädchens, das ihn gebeten hatte, Read more…
Nach vielen Monaten habe ich mal wieder ein “occupy duesseldorf” (bzw. “edj-nrw” oder “wie auch immer”) Treffen besucht. Trotz des langen pausierens, war es irgendwie so “wie immer”. “Immer” heisst … wie immer in den letzten dreißig Jahren
(Leser: Da, nun ist er ganz von der Rolle, Zeit und Raum verschwimmen ihm).
[Ich: Überhaupt nicht, Friedensgruppen, Anti-X und Montags-, Mittwochs- und Freitagsgruppen gehören eben auch dazu - wenn nicht sogar die "Bauernaufstände"!]
Vor dem Eingang v. “Niemandsland”, an dem ich – wie meist – erstmal vorbei laufe, steht Hanno (warum steht da nicht “Eingang”), wir nicken uns zu – und er bastelt weiter mit einem jungen Mann (?) im Motorraum eines PKW